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24.03.2012

DREI FRAGEN AN...

DREI FRAGEN AN...
In der neuen Ostschweiz am Sonntag sollen kulturelle Schwerpunkte „intelligent, aber letztlich willkürlich gesetzt“ werden, sagt Chefredaktor Philipp Landmark. | © Reto Martin

... PHILIPP LANDMARK, Chefredaktor Tagblatt und Thurgauer Zeitung, zur geplanten Ostschweiz am Sonntag und zum Stellenwert der Kultur in dieser Zeitung.

Herr Landmark, Sie lancieren im März 2013 die erste Sonntagszeitung der Ostschweiz - ein idealer Tag für Kulturberichterstattung. Wird ihr besonders viel Platz eingeräumt werden?

Philipp Landmark: Wir wollen ein Sonntagsblatt machen, das sich in erster Linie durch Qualität und nicht durch Quantität auszeichnet. Kultur wird selbstverständlich ein Bestandteil unseres Angebots sein, aber "besonders viel" wird es wohl nicht werden. Wir wollen am Sonntag nicht ein vollständiges Inventar liefern, sondern auf besondere kulturelle Perlen insbesondere aus und in der Ostschweiz hinweisen.

Können Sie sich aber vorstellen, in der "Ostschweiz am Sonntag" anders als in der heutigen Tageszeitung aus Ihrem Haus wieder ein ausschliessliches Gefäss für Kultur zu schaffen?

Philipp Landmark: Das detaillierte redaktionelle Konzept erarbeiten wir erst, diese Frage ist noch offen. Je nach Umfeld sind beide Lösungen denkbar, also auch eine scharf abgegrenzte Kulturseite. Die Auflösung der Kultur in der Tageszeitung im "Focus" hat sich aber bewährt, Kultur wird auf vielfältigere Weise thematisiert - und hat auch mehr Leserinnen und Leser.

Das gerade erschienene Buch "Der Kulturinfarkt" wurde in Ihrer Zeitung von Peter Surber eingehend besprochen und kommentiert. Ziehen Sie aus dieser Debatte allenfalls Schlüsse für das kulturelle Selbstverständnis der Neulancierung?

Philipp Landmark: Ich gehe mit den Autoren zumindest soweit einig, dass die Giesskanne das falsche Instrument für Kulturförderung ist. Das kann man auch publizistisch so sehen: Von einer kompetenten Redaktion erwarte ich Schwerpunkte - intelligent, aber letztlich willkürlich gesetzt. Das macht Kultur wesentlich spannender als eine buchhalterische Herangehensweise.(ho)

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