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07.05.2015

(Brief-)Marke Steckborn

(Brief-)Marke Steckborn
Im 20. Jahrhundert in Steckborn entdeckt, jetzt Markensujet: Goldscheibenfibel. | © zVg

Eine in Steckborn gefunde Goldscheibenfibel ziert als Sujet die Pro Patria Sondermarkenserie 2015. Das Thurgauer Archäologiemuseum widmet der Fibel eine Ausstellung, die ab 20. Juni auch im Turmhof zu sehen ist.

Vom 7. Mai bis 14. Juni 2015 zeigt das Museum für Archäologie Thurgau im neu eröffneten Ausstellungsraum «Le Trésor» die erste Kabinettausstellung. Sie widmet sich der frühmittelalterlichen Goldscheibenfibel aus Steckborn, die auf der neue Pro Patria Sondermarke abgebildet ist.

Die Goldscheibenfibel aus dem 7. Jahrhundert n.Chr. wird zusammen mit der diesjährigen Pro Patria Sondermarkenserie präsentiert. Auf der 1-Franken-Marke ist dieser seltene Goldfund aus dem Thurgau abgebildet. Die Beiträge aus dem Erlös der diesjährigen Pro Patria Sondermarken kommen den Lokal- und Heimatmuseen zu Gute. Deshalb wird die kleine Ausstellung, die am Erstausgabetag der Briefmarken im Museum für Archäologie Thurgau eröffnet worden ist, ab dem 20. Juni 2015 auch im Museum Turmhof in Steckborn zu sehen sein.

Goldscheibenfibel aus dem 7. Jahrhundert. (Bild: AATG / D. Steiner)

Die Ausstellung wurde von Eva Belz und Urs Leuzinger vom Amt für Archäologie Thurgau gestaltet und konzipiert. Die Archäologin Amanda Gabriel führte die wissenschaftliche Untersuchung an der goldenen Scheibenfibel aus dem Frühmittelalter durch. Die Umbauarbeiten im Museum wurden von Christoph Oechslin vom Hochbauamt Thurgau geleitet.

Die Goldscheibenfibel von Steckborn

Anfangs des 20. Jahrhunderts entdeckte Johannes Baptist Traber beim Bau eines Hauses in der Flur Chilestigli einen ausserordentlichen Goldfund. Es handelt sich dabei um eine 6,5 cm grosse Scheibenfibel. Sie ist mit Filigrandrähten aus Gold und mehreren Stein- und Glaseinlagen verziert.

In der Mitte funkelte ursprünglich ein grosser Edelstein, wie dies bei vergleichbaren Funden zu sehen ist. Mit solchen Scheibenfibeln verschlossen die Frauen im 7. Jahrhundert ihre Mäntel. Dies lässt sich aufgrund von Untersuchungen von Textilresten an den Objekten sowie durch zeitgenössische Darstellungen nachweisen.

Das Steckborner Glanzstück stammt wahrscheinlich aus einem frühmittelalterlichen Grab, von dem aber keine weiteren Informationen vorliegen. Erst 1958 wurde in der Nähe des Fundorts der Scheibenfibel das Gräberfeld Steckborn-Chilestigli archäologisch untersucht.

Scheibenfibeln mit Filigranverzierung gehören zu den aufwendigsten und kompliziertesten Schmuckstücken der Merowingerzeit. Sie zeugen vom grossen handwerklichen und künstlerischen Können der damaligen Goldschmiede. Jedes Stück ist ein Unikat. (pd/rom)

Die Pro Patria Sondermarkenserie 2015, gestaltet vom Designer Vito Noto.


***

Weitere Informationen:

Website Museum für Archäologie des Kantons Thurgau
Website "Museum im Turmhof" der Heimatvereinigung Steckborn
Website Pro Patria (Bestellung Sonderbriefmarken)

www.archaeologie.tg.ch

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