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10.01.2013

Auch ohne Bau ein attraktives Programm

Auch ohne Bau ein attraktives Programm
Markus Landert, Heinz Scheidegger und Thomas Bachofner an der Pressekonferenz vom 10. Januar 2013 im ehemaligen Weinkeller der Kartause Ittingen. | © Brigitta Hochuli

In der Kartause Ittingen gaben die Verantwortlichen des Museums, der Stiftung und des Bildungszentrums tecum das Jahresprogramm 2013 bekannt. Hervorragen wird ein Holzturm des Künstlers Tadashi Kawamata.

Brigitta Hochuli

Eigentlich hatte Museumsdirektor Markkus Landert ab Frühling mit Bauarbeiten gerechnet. Dazu kommt es bekanntlich nicht. Die Thurgauer Regierung hat die Sanierung der Ausstellungszellen und den Neubau für das Kunstmuseum zur Abklärung der Rechtslage zurückgestellt. Die Stiftung Kartause Ittingen wird das weitere Vorgehen an einer ausserordentlichen Sitzung Ende Februar besprechen.

Radikal umgestellt

Aus der Not habe man eine Tugend gemacht und das Programm radikal umgestellt. „Darauf bin ich ziemlich stolz“, sagte Markus Landert an einer Presseorientierung.

● Neu gezeigt wird die Installation „Film der Antworten“ von Peggy und Thomas Henke, die auf Gesprächen mit zwölf Schwestern der Benediktinerinnenabtei Mariendonk am Niederrhein basiere und Bezug nehme auf den spirituellen Kontext der Kartause und die Diskussion, ob das Kunstmuseum an diesen Ort passe.

● Neu baut sodann der Japaner Tadashi Kawamata auf der Wiese neben der Hopfenplantage einen neun Meter hohen Scheiterturm aus Hölzern des Kartäuser Waldes auf. „Ein gewagtes und teures Projekt“, sagt Landert. Dieser Turm hätte ursprünglich den Bau des Museums thematische ergänzen sollen.

● In den Kartäuserzellen, die nun vorerst nicht saniert werden, werden zwei Sammlungs-Konstellationen gezeigt. Im ersten Halbjahr geht es um die seit 71 Jahren durch den Kanton gesammelte Kunst, im zweiten Halbjahr unter anderem um die installative Kunst der letzten 20 Jahre.

● Ab Mai wird im Weinkeller „Eine verstummte Bibliothek“ von Joseph Kosuth wieder eingebaut und von einer Ausstellung über Konzeptkunst begleitet. Kosuth schenkt dem Museum zudem eine Arbeit.

● Zum Abschluss zeigt das Kunstmuseum ab 26. Oktober einen Teil der Werkschau der Kulturstiftung des Kantons Thurgau.

Im Ittinger Museum wird Mitte Juni neu die Ausstellug "Da Passion und Baugeist den Vorsteher eines Gottshauses beherrschet..." gezeigt. Dabei geht es um das Bauen vor der Industrialisierung.

Zum letzten Mal mit András Schiff

● Zu den Konzerten gab der neue Procurator Heinz Scheidegger Auskunft. Am Sonntagskonzert vom 20. Januar spielt die Gewinnerin des Concours Géza Anda 2012, Vavara Nepomnyashchaya. Sie ersetzt Ewa Kupiec, die wegen eines Krankheitsfalls in der Familie absagen musste. Den Abschluss der diesjährigen Reihe macht das Quatuor Mosaïques am 14. April.

● Die Ittinger Pfingstkonzerte vom 17. bis 20. Mai stehen unter dem Motto „Erinnerung an Bekanntes und Unbekanntes“. Sie fänden zum letzten Mal unter der gemeinsamen künstlerischen Leitung von András Schiff und Heinz Holliger statt, gab Heinz Scheidegger bekannt. Er freue sich besonders auf das schöne Schlusskonzert der Beiden. Wie es weiter gehe, sei noch offen.

Ort gelebter Spiritualität

Pfarrer Thomas Bachofner, der Leiter des tecum-Zentrums für Spiritualität, Bildung und Gemeindebau in der Kartause Ittingen, stellte das Programm unter dem Titel gelebter Spiritualität vor. Damit knüpfe man an das kontemplative Leben der Kartäuser an. Bachofner sieht den Standort in der Kartause als Chance, dem aktuellen Trend zu Städten und Akademien entgegenzuwirken.

● Neben Veranstaltungen gehören Meditationen sowie Morgen- und Mittagsgebete zum Angebot.

● Ein Forum für christliche Spiritualität und achtsame Kommunikation vermittle zudem Techniken für „gutes Reden“ nach dem Modell der Gewaltfreien Kommunikation von Marshall B. Rosenberg.

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