Tischgespräch: Wilhelm Tell. Die Relevanz von Nationalhelden

Geschichte ist ein Altstoffdepot – oder ein Recyclinghof? Mit der Entstehung der modernen Nationalstaaten im 19. Jahrhundert wurden Figuren aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit zu staatsgründenden und staatstragenden «Helden». Dafür bekamen sie neue Kostüme, Accessoires und Hauptrollen in Historiendramen, Romanen und Opern.
Der Mann mit der Armbrust ist dafür ein besonders schönes Beispiel. Wilhelm Tell hat Migrationshintergrund: Eigentlich kommt er aus Skandinavien. Zum Innerschweizer wurde er erst am Ende des 15. Jahrhunderts. Seine Karriere führte ihn dann von Paris und Boston über Weimar auf die Theaterbühnen und Kinoleinwände der ganzen Welt als globaler Exportschlager. Was lässt sich daraus lernen? Dieser Frage und mehr gehen die beiden Historiker Valentin Gröbner und Michael Blatter gemeinsam mit Kuratorin und Historikerin Stephanie Müller im Tischgespräch nach.
mit Prof. Dr. Valentin Gröbner, Historiker, Dr. Michael Blatter, Historiker, und Stephanie Müller, Kuratorin
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